Youthpass für Jugendinitiativen

Als Organisatoren einer Jugendinitiative entwickelt sich nicht nur euer Projekt mit der Zeit immer weiter, sondern auch ihr selbst.

 

"Wäre doch schön, wenn das auch mal jemand anerkennen würde.", denkt ihr? "Youthpass!", sagen wir!

 

Youthpass Broschüre JUGEND für Europa

 

Seit dem 1. April 2010 haben alle seit dem Jahr 2007 geförderten Jugendinitiativen das Recht auf den Youthpass. Youthpass ist das Zertifikat im EU-Programm JUGEND IN AKTION und trägt dazu bei, die nicht formalen Lernerfahrungen und neu erworbenen Kompetenzen zu beschreiben und sichtbar zu machen: nicht als bloße Teilnahmebestätigung, sondern als Instrument der Reflexion des Erlebten und Gelernten.

 

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18.06.2010

"Wir sind Bürgermeister!" - Die PETO aus Monheim

Dies ist die Geschichte von fünf Schülern, die auszogen, um Politik zu machen. Ihre Geschichte hat ein Happy-End und Brinja Noth erzählt sie uns. Sie ist 20 Jahre alt, studiert Mathematik und ist stellvertretende Vorsitzende der PETO, der jungen Alternative, einer Partei von Jugendlichen für Jugendliche.
"Wir sind mehr als das", korrigiert die Studentin, "mittlerweile haben wir auch eine 30Plus-AG für Leute, die sich für unsere jung gebliebende Politik interessieren."

Erste Lektion: Die PETO ist eine Partei - Und das merkt man. Ein Portrait von Steffi Lachnit.

Wie ist die PETO entstanden?

Brinja Noth von PETO"Da antworten wir gerne mit unserem schönen Spruch: 'Es hätte auch eine Theater-AG werden können, aber wir reden nicht so gerne vor Leuten.' Also saßen 1999 fünf Jugendliche zusammen, kaum 18 Jahre alt. Sie wollten etwas ins Leben rufen.

Denn im selben Jahr wurde das kommunale Wahlrecht auf 16 Jahre gesenkt, also haben sie sich gedacht, wir wollen nicht nur ein Kreuz machen, sondern beispielsweise ein Jugendcafé aufbauen oder die Busfahrpläne verbessern. Durch diese konkreten Vorstellungen ist die Partei entstanden."

Wie haben die Erwachsenen auf die Parteigründung reagiert?

"Unterschiedlich. Es gab natürlich welche, die fanden es ganz toll und sagten, da sind mal junge Leute, die setzen sich für Jugendliche ein. Andere waren eher skeptisch. Denn, wenn man sagt, man gründet eine Partei, dann haben viele das Bild von etwas Übergeordneten im Kopf oder vom typischen Politiker.

Wir wurden am Anfang auch sehr belächelt. Doch wir konnten schnell klar machen, dass wir mehr können, als nur ein Jugendcafé zu fordern. Als wir dann immer mehr Stimmen bekommen haben, wurden natürlich auch die kritischen Stimmen lauter. Das zieht sich bis heute durch – es gibt Befürworter und Kritiker."

Ihr habt heute über 300 Mitglieder. Euer bisher größter Erfolg kam 2009, als Daniel Schumacher, einer der Gründungsmitglieder, zum Bürgermeister gewählt wurde. Habt ihr damit gerechnet?

"Daniel ist ein sehr ruhiger, besonnener Mensch. Bevor er sich zur Wahl gestellt hat, hat er sich genau überlegt, ob er sich das zutraut, ob er das für sich managen kann. Es war auf keinen Fall eine Spaßkandidatur.

Wir haben auch in der Fraktion überlegt, ob wir überhaupt einen Bürgermeister stellen wollen. Vor- und Nachteile wurden abgewogen."

Ihr veranstaltet Flashmob-Partys mit Hawaii-Motto oder kauft Hüpfburgen für Kinderfeste, plant eine Beachvolleyball-Party. Bleibt bei all den Partys auch Zeit für Politik? Wofür steht die PETO?

"Wir sagen: Wir sind nichts rechts, wir sind nicht links. Wir sind vorne. Wir machen sachliche Politik. Für uns sind sowohl Bolzplätze als auch Naturschutz und Schulden ein Thema. Wichtig ist uns, dass sich nicht in die Ideologie 'das war schon immer so' verfallen.

1999 war ein ganz konkretes Ziel das Jugendcafé. Seitdem hat sich natürlich einiges verändert. Man selbst ist erwachsener geworden. Man musste in die Wirtschaftsplanung gehen. Das heißt für uns, wir müssen Verbindungen schaffen.

Denn wir wollen auch nicht aus den Augen verlieren, dass wir uns damals gegründet haben, um uns für Jugendliche einzusetzen. Da hilft, dass wir erfahrene Ratsmitglieder haben, die schon von Anfang an in der PETO sind.

Mit der Zeit stellt sich auch ein weiterer Effekt ein: Die anderen Parteien verjüngen sich. Sie merken, dass sie reagieren müssen und sich breiter aufstellen sollten. Denn sie haben gesehen, dass auch die Jugendlichen eine starke Stimme haben."

Was ist euer Rezept?

"Ja, das Rezept. Das ist für uns ja auch eine kleine Sensation, dass alles so gelaufen ist. Wichtig ist, dass alle Beteiligten hoch motiviert sind. Die Leute wollen wirklich was machen und keiner wird dazu verdonnert und muss sein Zeit opfern.

Wir machen das alles freiwillig, neben dem Studium, der Ausbildung oder neben der Schule. Letztendlich ist die PETO auch eine Art kleiner Freundeskreis. Wir kleben zusammen Plakate, gehen nach einer Fraktionssitzung noch was trinken. Man fühlt sich wohl."

Will eure Partei auch in anderen Städten Vorbild für junge Politik werden?

"Nein, wir haben uns entschieden, dass wir ganz auf Monheim konzentrieren. Hier kennen wir uns aus, wie wissen, was wir bewegen wollen und wie wir es ermöglichen können. Damit sind wir voll und ganz zufrieden."

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Die Entwicklung von PETO

Kommunalwahlen 1999:

Brinja Noth: "Wir wurden belächelt. Doch dann bekamen wir zwei Sitze – und die Besenkammer."

Kommunalwahlen 2001:

Die PETO holt sieben Sitze bei 16,6 Prozent.

Brinja Noth: "Es hießt, das sei nur eine Phase. Die beruhigen sich schon wieder."

Kommunalwahl 2009:

Die Partei stellt den Bürgermeister. Der 27-jährige Daniel Schumacher erhält 30 Prozent der Stimmen und wird stärkste Partei vor der CDU mit 27 Prozent.

Brinja Noth: "Heute haben wir 12 Sitze, so viele wie die CDU und vier mehr als die SPD. Wir haben das größte Stimmgewicht und entscheiden über die Mehrheit."

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Mehr zu PETO im Internet unter www.peto.de

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